Der Verein für die ganze Familie!





QUO VADIS ATV

5. Dezember, 2012 | 15:09

Kai Müller-Hegemann, Präsident
Liebe Vereinsmitglieder,
wiederholt wurde ich gebeten, nachdem im Mai dieses Jahres ein neues Präsidium gewählt wurde, den Vereinsmitgliedern mitzuteilen, wie wir den weiteren Weg unseres Vereins sehen.
Zunächst möchte ich rückblickend sagen, dass unter der Amtszeit von Gerd Langner bedeutendes für den ATV geleistet wurde. Dabei hatte er mit seinem nimmermüden Elan Dinge erreicht und dem Verein eine Popularität eingebracht, an die wir vor Jahren nicht zu glauben wagten.
Es gilt nun die nächsten Schritte zu gehen, um den Verein weiter zu entwickeln. Dabei darf sich der Blick nur auf realisierbare Ziele richten, welche mit dem bereits Erreichten gepaart werden können.
Seit der Neugründung des ATV, am 1. Juni 1990, bis heute sind wir einen mehr als 20-jährigen Weg der Optimierung gegangen. Die Zeit hat uns gelehrt, dass eine große Anzahl von Abteilungen (früher Sektionen) unseren Verein, mit seiner zentralen Spielstätte in der Prager Straße, überlasten würde. Daher werden bekanntlich beim ATV nicht mehr wie in frühen Jahren Sportarten wie Leichtathletik, Faust- und Handball sowie Eishockey, Skilaufen, Schwimmen und Wassersport betrieben. Allerdings haben wir auch keine Turner mehr, welche historisch einmal unseren Vereinsnamen geprägt haben.
Ich denke, dass wir mit unseren Abteilungen (Gymnastik, Hockey und Tennis) gegenwärtig gut aufgestellt sind. Zurzeit hat unser Verein ca. 650 Mitglieder, die sich, zumindest nach meiner Beobachtung, bei uns sehr wohl fühlen.
Die wirtschaftliche Lage praktisch aller Sportvereine in Leipzig ist durch die kontinuierliche Reduzierung der Fördermittel stark angespannt. Dabei hat der „Rotstift“ auch keinen Bogen um den ATV gemacht. Dennoch konnten wir jedes Jahr unseren Haushalt mit einer „schwarzen Null“ abschließen, auch wenn es das Präsidium immer wieder große Kraftanstrengungen kostete. Da macht auch das nun ablaufende Jahr keine Ausnahme. Unsere Situation ist durch mehrere Aspekte, die sich insbesondere um die Hockeyabteilung ranken (Sponsoren, Erlöse aus (Groß)Veranstaltungen etc.), wirtschaftlich dennoch stabil. Die seit dem 2. Halbjahr 2012 erhobene Investitionszulage versetzt uns in die Lage, auch an Investitionen zu denken, die wir uns zuvor nicht hätten leisten können. Hier denke ich vor allem an die notwendige Sanierung unserer Gebäudesubstanz, Restleistungen im Sanitrakt. Aber auch die „kleineren Dinge des Lebens“ wie die Sanierung des Eingangsbereiches an der Tennisbaude oder die Wartung unserer Gerätschaften. Ebenso Reparaturarbeiten an der Tennis- und Hockeyanlage. Aber alles möglichst mit Weitblick und unter Beachtung der vorhandenen Ressourcen.
Somit scheint alles beim ATV in geordneten Bahnen zu laufen und die „Verwaltung des Erreichten“ könnte der Leitspruch für die nächsten Jahre sein.
Dennoch gibt es Dinge, die wir so, wie sie bisher liefen, nicht akzeptieren können und somit einer Veränderung zuführen werden.
Der äußere Zustand des Vereinsgeländes hat einen guten Stand erreicht. Irgendwie wird er von allen Seiten als eine Oase im Stadtbezirk angesehen. Ein solches Vereinsgelände hat es nicht verdient, dass vor allem in der besten Jahreszeit um Sport zu treiben, viel zu viel „Ruhe“ herrscht. Die Fußballplätze sind verwaist und viele Tennisplätze werden nicht bespielt. Das absolute Gegenteil ist auf unserem Hockey-Kunstrasenplatz zu beobachten, auf dem sich die Mannschaften an den Wochentagen zum Trainingsbetrieb kontinuierlich „die Klinke in die Hand geben“. Damit soll gesagt sein, dass wir uns um die bessere Vermarktung des Vereinsgeländes im nächsten Jahr intensiv kümmern werden. Nur drei Mannschaften des Breitensportes, die gegenwärtig unsere Plätze gegen Entrichtung einer Gebühr nutzen, sind nicht genug. Hier werden wir insbesondere mit der Universität Leipzig und der BioCity in Kontakt treten um mehr Spielbetrieb und Einnahmen zu generieren. Das Potential in Leipzig ist meiner Meinung nach vorhanden und der Bedarf nach Mitteln im Verein ist groß.
In diesem Zusammenhang haben wir ein sauberes Finanz- und Steuerregime zu fahren, welches durch die vorgesehenen Aktivitäten nicht einfacher wird. Der Wechsel zu einem kompetenten Steuerberatungsbüro, welches sich auf unseren Verein konzentriert, ist eine erste Maßnahme in dieser Richtung. Analog dazu konnte ein neuer Schatzmeister für den Verein gefunden werden, welcher sich einer qualifizierten Finanz- und Liquiditätsplanung annimmt und die bisherige überwiegend händische Arbeit der Buchhaltungsabteilung auf einen zeitgemäßen Stand bringt. Die Einführung von IT-Lösungen für die Mitglieder- und Finanzverwaltung des ATV war und ist eines unserer vordringlichsten Anliegen, welches wir gegenwärtig auch umsetzen. Wir erreichen eine hohe Sicherheit im Umgang mit unseren Geldern und reduzieren die Ausfälle durch nicht erfolgende Beitragszahlungen. Hier denke ich auch an mehr „Strenge“ bei den Mitgliedern die eigenmächtig keinen oder einen nicht satzungsgemäßen Vereinsbeitrag entrichten.
Sollten wir aus den genannten Quellen die erhofften Erfolge haben, werden wir weitere Schritte zum Wohle des Vereins in Angriff nehmen. Dabei darf zunächst aber nicht an eine weitere Großinvestition gedacht werden, wobei natürlich eine kombinierte Tennis- und Hockeyhalle bereits seit Jahren unser Traum ist. Hierbei wird das Präsidium größte Finanzdisziplin wahren und die Existenz des Vereins nicht in Frage stellen.
Zusammengefasst haben wir uns die Konsolidierung des Vereins auf einem höheren Niveau vorgenommen, ohne gravierende Veränderungen in der Vereinsstruktur zu erwägen.

Auf sportlichem Gebiet haben wir die Höhen erreicht, welche wir uns vorgenommen haben. Unsere Hockey-Hoffnungsträger blühen und wir sind in den Hockey-Bundesligen mit unseren Herren- und Damenmannschaften vertreten. Die Tennisabteilung schreitet, insbesondere im Nachwuchsbereich, unbeirrt höheren Zielen entgegen.
Wenn es uns gelingt, auch weiterhin auf einem festen Fundament unseren Sport zu betreiben und mehr und mehr Mitglieder zu gewinnen, werden wir auch weiterhin der Leipziger „Verein für die ganze Familie“ sein. Dieses zeigt sich bereits in der Hockeyabteilung, wo aus dem Elternsport heraus immer wieder Spieler ein Niveau erreichen, welches sie in den Trainingsbetrieb der Seniorenmannschaften einsteigen und an Wettkämpfen teilnehmen lässt. Wenn die Tennisabteilung ihren inneren Zusammenhang auch weiterhin so praktiziert, unterstreicht das ebenfalls unser Wollen. Zwischen den beiden großen Abteilungen unseres Vereins würde ich mir aber etwas mehr Nähe wünschen. Auch das würde unsere Kräfte bündeln und die Ausstrahlung des Vereins vergrößern.
Dass für jeden bei uns etwas dabei ist, zeigen auch die Gymnastinnen. Wer keinen Leistungssport treiben will oder dem Tennis abhold ist, kann seine gesundende Bewegung bei der Gymnastik finden. Auch hier haben wir eine Gruppe von ca. 20 Damen im Blick, die sich gern unserem Verein anschließen würden.
Fußball kann auch gespielt werden, wobei bei aller Ehrlichkeit gesagt werden muss, dass die „Jungs der Fußballfraktion“ bei uns sehr gern gesehen sind, eine weitere Forcierung aber nicht geplant ist.

Abschließend wünsche ich allen Vereinsmitgliedern und ihren Familien einen besinnlichen Advent sowie eine frohe und gesegnete Weihnachtszeit.

Ihr
Kai Müller-Hegemann