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1. Herren mit Moral gegen Mariendorf

8. Oktober, 2006 | 23:22

Die Ersten Herren hatten es bei ihrer Heimspielpremiere am Wochenende mit dem Mariendorfer HC zu tun und standen bereits zu diesem frühen Zeitpunkt in der Saison durch die Niederlage bei Köthen in der Vorwoche mächtig unter Druck: Der erste Punktgewinn der Saison musste unbedingt her. Dementsprechend motiviert und mit einer vorsichtig-offensiven Taktik von Trainer Henne Wieczorek eingestellt, begann der ATV die Partie, für die eigens auch Routinier Tim Gräfe reaktiviert werden konnte.

Doch bereits nach acht Minuten waren alle guten Vorsätze („Fehler der Vorwoche abstellen“) über den Haufen geworfen. Ausgerechnet in der eigenen Offensivbewegung passierte ein leichtfertiger Ballverlust, was zur Folge hatte, dass zwei Gästestürmer nur noch Robert Boyde und Goalie Chuck Carney vor sich hatten. Diese wurden mehr oder weniger mühelos ausgespielt, womit der frühe Rückstand besiegelt war. Anschließend mühte sich der ATV redlich (Umschreibung für die Floskel „fand über den Kampf ins Spiel“) und kam vor allem über Tobias Fabig durch die Mitte zu mehreren Chancen, von denen aber auch keine wirklich zwingend war. Zudem blieb die Fehlerquote ärgerlich hoch, sodass der MHC mehrfach zu Kontern „eingeladen“ wurde, von denen aber – zum Glück – keiner genutzt werden konnte.

In der zweiten Halbzeit hatte der ATV den deutlich besseren Start und fing die Bälle der Berliner häufig schon in deren Hälfte ab. Doch es sollte eine weitere kalte Dusche folgen: Unmittelbar nachdem Storch Fabig den Ball nach einer kurzen Ecke an die Latte gedonnert hatte – die größte ATV-Chance bis dahin – gelang den Gästen in der 40. Minute das 2:0. Erneut begünstigt durch einen vermeidbaren Ballverlust des ATV, nutzten die Berliner ganz abgebrüht die Gelegenheit, den Vorsprung zu vergrößern. Der ATV war jetzt gezwungen, offensiver zu agieren, tat sich aber nach wie vor sehr, sehr schwer gegen allmählich abbauende Berliner. Der Knoten platzte aber schließlich doch noch durch eine sehenswerte Einzelaktion elf Minuten vor Schluss: Vincent Dittrich, der Mann für die besonderen Tore, setzte sich links am gegnerischen Schusskreis durch und pfefferte die Kugel mit brachialer Gewalt in die Maschen des MHC-Tores, noch leicht abgefälscht vom Helm des verdutzten Berliner Torwarts. Das Happy End besorgte dann Tim Gräfe, der sein Mini-Comeback in der 68. Minute durch den Ausgleich krönte: Nach einem überlegten Pass von dem mit gebrochener Rippe spielenden Kevin Korneck („McRib“) lenkte Tim die Kugel per Rückhand ins Gästegehäuse (Tim: „wie Emmerling gegen Spanien“). Anzumerken bliebe noch die gute Leistung der Schiedsrichter, die zu jeder Zeit souverän und konsequent blieben.

Somit steht für den ATV doch noch ein Punkt zu buche, womit zumindest vorerst der 6. Platz in der sehr unregelmäßigen Tabelle erreicht ist. In der kommenden Woche, am 14. und 15. Oktober steht dann das erste Doppelwochenende auf dem Plan: Zunächst empfängt der ATV am Sonnabend um 18 Uhr den Berliner SC an der Prager Straße, am Sonntag geht es dann nachmittags zur Bundesliga-Reserve des renommierten Berliner HC. Für das Heimspiel wäre mindestens so große Unterstützung wie beim letzten Spiel großartig!

Irgendwann war es ihm einfach genug…