Torhüterin Karoline Amm hält den dritten Platz bei dem Hallenhockey-Turnier fest
Wie vor einer Woche, als die junge deutsche Männer-Nationalmannschaft bei den Hallenhockey-Europameisterschaften im holländischen Almere “nur” den fünften Platz erkämpfte, reichte es auch für die deutschen Frauen nicht zur Verteidigung des 2008 im spanischen Almeria gewonnenen EM-Titels.
Immerhin erkämpften sie aber am Sonntag in Duisburg mit dem 4:2 gegen Weltmeister Niederlande im Spiel um den dritten Platz noch Bronze. Auf dem Weg dorthin bezwangen sie in der Vorrunde sogar den späteren Überraschungs-Europameister Ukraine mit 8:7, leisteten sich allerdings im Halbfinale mit dem 2:4 gegen Spanien die einzige, aber entscheidende Niederlage. Die Leipzigerin im Team, Torhüterin Karoline Amm, konnte aber auch über die Bronzemedaille richtig jubeln, für die die deutsche Mannschaft von den fast 2000 Zuschauern in der Duisburger Rhein-Ruhr-Halle frenetisch gefeiert wurde: “Natürlich wären wir gern Europameister geworden. Doch alle Spitzenteams haben in den letzten Jahren in der Halle mächtig zugelegt und da stellt der Gewinn von Bronze für uns einen Erfolg dar.”
Zudem hatte Amm am 4:2-Erfolg gegen den alten Rivalen Niederlande selbst großen Anteil, denn sechs Minuten vor dem Spielende parierte sie einen niederländischen Siebenmeter und hielt damit den deutschen Sieg fest.
Für die 22-jährige Leipzigerin war es nicht die erste Medaille, die sie bei internationalen Meisterschaften errang. Bereits 2003 erkämpfte sie mit der U16-Nationalmannschaft in Litauen den Europameistertitel auf dem Feld, zwei Jahre später wurde sie mit der U18 in Polen Vize-Europameister.
Ein besonderes Kunststück gelang ihr 2006, als sie im sizilianischen Catania nicht nur Europameisterin der Juniorinnen (U21) wurde, sondern im gesamten Turnier ohne Gegentor blieb. Diesen Erfolg wiederholten die deutschen Juniorinnen zwei Jahre später im spanischen Valencia – und wieder hatte Karoline Amm großen Anteil daran.
Ein halbes Jahr zuvor hatte sie mit dem Gewinn des Hallen-Europameistertitels bei den Frauen auch schon ihren ersten Titel bei den “Großen” errungen und sich somit für höhere Aufgaben empfohlen.
Im Alter von neun Jahren nahm Amm zum ersten Mal den Hockeyschläger in die Hand. “Eigentlich wollte ich lieber Rugby spielen”, gibt Karoline zu. Kein Wunder, denn ihr Vater Detlef gehörte der DDR-Rugby-Nationalmannschaft an. “Doch der ATV-Hockeyplatz liegt nur etwa 300 Meter von der elterlichen Wohnung entfernt. Da habe ich es mit diesem Sport versucht und das nie bereut.”
Auf den Gewinn der deutschen Meisterschaft 2005 mit der weiblichen A-Jugend vom ATV 1845 ist sie auch jetzt noch besonders stolz. Denn es ist der einzige deutsche Hockey-Titel, den eine Mannschaft aus den neuen Bundesländern bis jetzt errungen hat.
2007 nahm Karoline Amm das Medizin-Studium an der Berliner Humboldt-Universität auf. Seitdem spielt sie für den Berliner HC. Doch “ihrem” ATV fühlt sie sich nach wie vor eng verbunden: “Riesig gefreut habe ich mich, wie gut sich die junge Mannschaft in diesem Winter in der Bundesliga geschlagen hat.”Rolf Becker







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